Rekordzahl an Anträgen

BzKJ fördert fünf Projekte für kindgerechte digitale Angebote

Das Interesse am Förderprogramm ist im Vergleich zu den Vorjahren deutlich gestiegen: Insgesamt gingen in diesem Jahr 42 Anträge mit einem beantragten Fördervolumen von rund 1,7 Millionen Euro bei der BzKJ ein. Der Förderzeitraum beträgt acht Monate.

Sebastian Gutknecht, Direktor der Bundeszentrale für Kinder- und Jugendmedienschutz:

„Kinder wachsen in digitalen Räumen auf, die durch Interaktion, algorithmische Systeme und Künstliche Intelligenz geprägt werden. Gleichzeitig fehlen häufig altersgerechte Angebote, die Teilhabe, Schutz und Befähigung sinnvoll miteinander verbinden. Die hohe Zahl der eingereichten Anträge zeigt, wie groß der Bedarf und die Innovationskraft in diesem Bereich sind. Die geförderten Projekte greifen aktuelle Herausforderungen des Kinder- und Jugendmedienschutzes auf und entwickeln konkrete, kindgerechte Lösungen für sichere digitale Erfahrungs- und Interaktionsräume.“

Folgende Projekte erhalten 2026 Fördermittel der BzKJ:

Blockalot Kids – Sichere digitale Interaktionsräume

Das Projekt der AKTION KINDER- UND JUGENDSCHUTZ Landesarbeitsstelle Schleswig-Holstein e. V. (AKJS SH) entwickelt mit „Blockalot Kids“ einen kindgerechten digitalen Interaktionsraum für Kinder zwischen acht und zwölf Jahren auf Basis von Luanti/Minetest, einer Open-Source-Spieleplattform. Kinder sollen dort spielerisch jugendschutzrelevante Themen wie sichere Kommunikation, Datenschutz, manipulative Mechanismen und KI-Phänomene erkunden können. Jugendliche zwischen 13 und 16 werden als Peer-Redaktion an der Gestaltung von Modulen beteiligt. Moderierte Interaktionszonen und transparente Voreinstellungen sollen integraler Bestandteil der Umgebung sein und kindgerecht erklärt werden. Das Angebot wird mobile-first umgesetzt und durch Vorsorgemaßnahmen sowie Materialien für Fachkräfte begleitet.

Das kindgerechte Social Media: www.kindersache.de

Die Kinder-Webseite www.kindersache.de des Deutschen Kinderhilfswerks e. V. (DKHW) soll im Rahmen des Förderprojekts um zusätzliche Interaktionsmöglichkeiten erweitert werden. Ziel ist es, Kindern mehr digitale Selbstwirksamkeit in einem moderierten und geschützten Raum zu ermöglichen. Geplant sind unter anderem Funktionen zur Community-Vernetzung, Werkzeuge zur individuellen Gestaltung der Startseite, transparente Privatsphäre-Einstellungen sowie gut sichtbare Melde- und Beschwerdewege. Die neuen Funktionen sollen zudem an einen aktuell in Entwicklung befindlichen kindgerechten KI-Chatbot angebunden werden. Kinder sollen dadurch frühe Mitwirkungs- und Selbstwirksamkeitserfahrungen sammeln, sowie respektvolle Online- Kommunikation und die Wahrnehmung eigener Rechte im digitalen Raum erlernen.

FINNteraktive Mitmach-Box

Mit der „FINNteraktiven Mitmach-Box“ schafft fragFINN e. V. einen mobilen und barrierearmen Beteiligungsraum für Kinder. Sie sollen dort zu wechselnden Themen wie Demokratie oder Künstlicher Intelligenz eigene Beiträge einreichen und die anderer Kinder kommentieren können. Alle Inhalte werden vor der Veröffentlichung redaktionell geprüft, unter einem Nicknamen veröffentlicht und medienpädagogisch begleitet. In ko-kreativen Workshops entwickeln Kinder gemeinsam mit dem Projektteam Ideen zu Gestaltung, Funktionen und Schutzmechanismen. Die „FINNteraktive Mitmach-Box“ soll altersgerechte Teilhabe und Kommunikation fördern sowie sichere Alternativen zu nicht altersgerechten Plattformen bereitstellen. 

KICK – Kinder entdecken Künstliche Intelligenz & Chatbots

Mit „KICK“ entwickelt das Internet-ABC ein kindgerechtes interaktives Lern- und Erfahrungstool für Kinder zwischen sechs und zwölf Jahren. Ziel des Projekts ist es, Kindern einen sicheren Übungsraum zu bieten, in dem sie grundlegendes Wissen zu KI und Chatbots erwerben und ausprobieren können. Im Tool ist vorgesehen, verschiedene Lernelemente, eine spielerische Anwendung sowie eine Chatbot-Simulation zu integrieren. Ergänzend sollen Unterrichts- und Elternmaterialien entstehen. Das Projekt soll Kinder dabei unterstützen, Kompetenzen für einen verantwortungsvollen und selbstbewussten Umgang mit KI zu entwickeln.

KIBOMO - KI-Chatbot-Modul für Kinder

Seitenstark e. V. entwickelt ein speziell auf Kinder zwischen sieben und 13 Jahren ausgerichtetes KI-Chatbot-Modul. Dort können Kinder eigene Fragen rund um Künstliche Intelligenz stellen und verlässliche, altersgerechte Antworten erhalten. Unter aktiver Beteiligung von Kindern entsteht eine redaktionell geprüfte und modular erweiterbare Wissensbasis zum Themenfeld Künstliche Intelligenz. Die Fragen und Interessen der Kinder fließen dabei direkt in die Entwicklung des Angebots ein. Der Chatbot vermittelt Informationen zu Funktionsweisen, Einsatzbereichen sowie Chancen und Risiken KI-basierter Systeme. Dazu gehören auch Themen wie Fehlinformationen und manipulierte Inhalte. Ergänzend werden aktivierende Interaktionselemente wie Lernpfade oder Umfragen integriert. Das Angebot soll Kindern einen verständlichen und entwicklungsangemessenen Zugang zum Thema Künstliche Intelligenz ermöglichen.

Über die BzKJ

Die Bundeszentrale für Kinder- und Jugendmedienschutz (BzKJ) setzt sich dafür ein, Kindern und Jugendlichen ein gutes Aufwachsen mit Medien zu ermöglichen. Dabei handelt sie im Auftrag des Jugendschutzgesetzes (JuSchG). Zu ihren Aufgaben gehören die Indizierung von jugendgefährdenden Medien, die kontinuierliche Förderung der Weiterentwicklung des Kinder- und Jugendmedienschutzes sowie die Vernetzung aller im Kinder- und Jugendmedienschutz wichtigen Akteurinnen und Akteure. Zudem bietet sie Eltern, Fachkräften, Kindern und Jugendlichen Orientierung für eine möglichst sichere Mediennutzung. Die bei der BzKJ eingerichtete und unabhängige „Stelle zur Durchsetzung von Kinderrechten in digitalen Diensten“ (KidD) überwacht die Einhaltung struktureller Vorsorgemaßnahmen (z. B. sichere Voreinstellungen, Melde- und Abhilfeverfahren etc.) von Online-Plattformen mit Sitz in Deutschland nach dem europäischen Digital Services Act (DSA).