Digitale Angebote haben einen hohen Stellenwert im Leben von Kindern und Jugendlichen. Sie sind unter anderem mit Blick auf ihre Demokratiekompetenz wichtige Sozialisationsinstanzen. Auch KI-basierte oder KI-nutzende Angebote spielen verstärkt eine Rolle in ihrem Alltag. Eine zentrale Herausforderung besteht darin, digitale Angebote altersgerecht zu gestalten und dabei die Kinderrechte auf Schutz, Befähigung und Teilhabe in ein ausgewogenes Verhältnis zu bringen.
Eine von der Bundeszentrale für Kinder- und Jugendmedienschutz (BzKJ) in Auftrag gegebene und von der Stiftung Digitale Chancen umgesetzte Studie zeigt deutliche Mängel bei kindgerechten Angeboten, vor allem im Bereich der Teilhabe, Kommunikation und Interaktion. Das Bedürfnis nach Gemeinschaft und Austausch mit Gleichaltrigen wird nur von einigen wenigen Angeboten aufgegriffen. In der Folge wenden sich Kinder nicht-altersgerechten Alternativen zu, häufig auch unbegleitet. Diese bergen Risiken und Gefährdungen, die vielfach unterschätzt sind.
„Digitale Angebote prägen zunehmend – oft unsichtbar, aber mit großer Wirkung – das Erleben, Verhalten und die Meinungsbildung von jungen Menschen. Umso wichtiger ist es, dass Kinder und Jugendliche frühzeitig und in altersgerechter Umgebung lernen, digitale Angebote zu verstehen, einzuordnen und selbstbestimmt zu nutzen. Mit dem Förderprogramm 2026 stärkt die BzKJ Maßnahmen, die Kinder unterstützen und altersgerechte Medienerfahrungen fördern“,
so Sebastian Gutknecht, Direktor der BzKJ.
Förderung für Projekte in 2026
Die BzKJ fördert Maßnahmen mit überregionaler Bedeutung, die Kindern altersgerechte digitale Erfahrungen ermöglichen. Bevorzugt werden kindgerechte digitale Angebote mit Fokus auf Interaktion, Teilhabe, KI und Demokratiefähigkeit. Insgesamt stellt die BzKJ für bis zu sechs Projekte bis zu 200.000 Euro zur Verfügung. Egal ob Stiftung, Verband, Unternehmen oder Verein: Um diese Fördermittel können sich alle juristischen Personen des öffentlichen und privaten Rechts sowie Einzelunternehmen bewerben.
Besonders förderungswürdig sind digitale Maßnahmen, die Kinder und Jugendliche aktiv beteiligen. In dieser Förderphase sind zudem altersgerechte Angebote für Kinder besonders förderungswürdig, die ihnen die Vorteile von sicheren Schutzeinstellungen vorstellen, damit diese verstehen, warum sichere Voreinstellung sinnvoll sein können und nicht nur als Einschränkung begriffen werden. Langfristig sollen die Angebote vor allem über mobile Geräte nutzbar sein sowie über den Förderzeitraum hinaus wirken.
Detaillierte Informationen zum Förderprogramm und der Antragstellung sind auf der Website der BzKJ abrufbar.
Über die BzKJ
Die Bundeszentrale für Kinder- und Jugendmedienschutz (BzKJ) setzt sich dafür ein, Kindern und Jugendlichen ein gutes Aufwachsen mit Medien zu ermöglichen. Dabei handelt sie im Auftrag des Jugendschutzgesetzes (JuSchG). Zu ihren Aufgaben gehören die Indizierung von jugendgefährdenden Medien, die kontinuierliche Förderung der Weiterentwicklung des Kinder- und Jugendmedienschutzes sowie die Vernetzung aller im Kinder- und Jugendmedienschutz wichtigen Akteurinnen und Akteure. Zudem bietet sie Eltern, Fachkräften, Kindern und Jugendlichen Orientierung für eine möglichst sichere Mediennutzung. Die bei der BzKJ eingerichtete und unabhängige „Stelle zur Durchsetzung von Kinderrechten in digitalen Diensten“ (KidD) überwacht die Einhaltung struktureller Vorsorgemaßnahmen (z. B. sichere Voreinstellungen, Melde- und Abhilfeverfahren etc.) von Online-Plattformen mit Sitz in Deutschland nach dem europäischen Digital Services Act (DSA).