BzKJAKTUELL 3/2026

Zwischen Männlichkeitsbildern und Radikalisierung: Die Manosphere im digitalen Raum

Die aktuelle Ausgabe widmet sich der Manosphere im digitalen Raum und zeigt auf, wie Männlichkeitsbilder heutzutage in Social Media entstehen, welche Rolle antifeministische Narrative spielen und warum bestimmte Online-Räume Ausgangspunkt für Radikalisierungsprozesse sein können.  

„Digitale Räume prägen zunehmend, wie junge Menschen sich selbst und ihre Beziehungen zu anderen verstehen. Vorstellungen von Männlichkeit können vielfältig und bereichernd sein. Problematisch wird es, wo Online-Communities Abwertung, Antifeminismus und demokratiefeindliche Einstellungen kommunizieren. Es ist wichtig, diese Dynamiken zu verstehen, aufzuklären und Orientierung zu geben sowie jungen Menschen Räume für eine vielfältige und selbstbestimmte Identitätsentwicklung zu geben“, 

so Sebastian Gutknecht, Direktor der Bundeszentrale für Kinder und Jugendmedienschutz (BzKJ).

„Die Manosphere als digitales Phänomen – Ideologien, Narrative und Plattformdynamiken“

Der Grundlagenbeitrag von Dr. Greta Jasser, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Demokratie und Zivilgesellschaft, bietet einen Überblick über das Phänomen und seine unterschiedlichen Erscheinungsformen. Der Beitrag geht der Frage nach, was sich hinter dem Begriff verbirgt, welche Strömungen innerhalb dieses Spektrums existieren und wie Plattformdynamiken zur Verbreitung und Verstärkung entsprechender Inhalte beitragen.

„So ein gut trainierter Typ“ – Wie Jungen in die Manosphere geraten“

Im ersten Schwerpunktbeitrag untersucht Dr. Maya Götz, Leiterin des Internationalen Zentralinstituts für das Jugend- und Bildungsfernsehen, die Manosphere als möglichen Ausgangspunkt weiterführender Radikalisierungsprozesse. Antifeminismus fungiert dabei, so die Autorin, als Brückenideologie zu demokratiefeindlichen Weltbildern und weist insbesondere Verbindungen zu rechtsextremen und islamistischen Ideologien auf.

„Adolescence“ und die Frage nach Männlichkeit: Wie Eltern Jungen sicher durch digitale Medienwelten begleiten 

Dr. Iren Schulz vom Projektbüro SCHAU HIN! gibt im zweiten Schwerpunktbeitrag konkrete Empfehlungen, wie Eltern die Mediennutzung ihrer Kinder – insbesondere von Jungen und jungen Männern – kompetent und unterstützend begleiten können. Sie zeigt auf, woran Eltern erkennen können, ob ihre Söhne sich zu solchen Inhalten hingezogen fühlen, wie sie damit umgehen und wo sie Unterstützung finden.

„Orientierung oder Ideologie? Jungen*arbeit im Umgang mit der Manosphere“

Im dritten Schwerpunktbeitrag lenkt Samira Grotehans von der Landesarbeitsgemeinschaft Jungenarbeit NRW den Blick auf die Jungenarbeit. Dieser Ansatz möchte, so die Autorin, junge Männer für das Phänomen sensibilisieren, eine kritische Auseinandersetzung fördern und sie in ihrer Entwicklung stärken, um Radikalisierungsprozessen vorzubeugen.

„Mitmachen gegen stereotype Männlichkeitsbilder – meinTestgelände als Praxis geschlechtersensibler Medienbildung“

In der Rubrik „wissenswert“ stellt der Medienpädagoge Robert Lejeune das Projekt „MeinTestgelände“ vor. Die 2013 von der Bundesarbeitsgemeinschaft Jungenarbeit e. V. gemeinsam mit der Bundesarbeitsgemeinschaft Mädchenpolitik e. V. gestartete Beteiligungsplattform bietet Jugendlichen die Möglichkeit, ihre Perspektiven auf Geschlecht, Identität und Gleichberechtigung in digitalen Formaten sichtbar zu machen.

Spruchpraxis 

Die Rubrik Spruchpraxis gibt Einblicke in eine Indizierungsentscheidung der Prüfstelle für jugendgefährdende Medien zu einer Webseite aus der Incel-Szene. Das Internetangebot verwirkliche nach Ansicht des Gremiums gleich mehrere Jugendgefährdungstatbestände. Unter anderem würden Frauen und Menschen jüdischen Glaubens diskriminiert sowie der Nationalsozialismus verherrlicht. 

Aus der ZUKUNFTSWERKSTATT

Die Rubrik ZUKUNFTSWERKSTATT beschäftigt sich in dieser Ausgabe unter anderem mit dem Förderprogramm sowie den ZUKUNFTSWERKSTATT-Strecken „Kontrollverlust in digitalen Umgebungen“ und „Sexuelle Gewalt und Belästigung im digitalen Raum“ und gibt damit Einblicke in die Arbeitsweisen der BzKJ. 

Die redaktionellen Beiträge der BzKJAKTUELL 3/2026 finden Sie im Servicebereich auf der Website der BzKJ.

Privatpersonen können Einzelhefte sowie ein Jahresabonnement der BzKJAKTUELL als Print- und / oder als Digitalausgabe erwerben. Weitere Informationen zur Fachzeitschrift und zu den Bezugsmöglichkeiten stehen ebenfalls im Servicebereich auf der Website der BzKJ zur Verfügung. 

Über die BzKJAKTUELL

Die Fachzeitschrift BzKJAKTUELL wird von der Bundeszentrale für Kinder- und Jugendmedienschutz (BzKJ) herausgegeben. Sie enthält den öffentlichen Listenteil der aktuellen Indizierungen von Filmwerken, Spielen, Schriftwerken, Tonwerken und Multimediawerken. Im redaktionellen Teil bietet sie mit Fachbeiträgen aus Praxis, Wissenschaft und Politik ein offenes Diskussionsforum für das breite Spektrum kinder- und jugendmedienschutzrelevanter Themen, Entwicklungen und Haltungen.